ASCD Duisburg
Genau am 8. August 1909, einem Sonntag,
veranstaltete der DSC Preußen auf demDuisburger Sportplatz an
der Mercatorstraße seine „3. Internationalen olympischen
Spiele“, die von 29 Vereinen des In- und Auslandes mit 129
Teilnehmern beschickt waren. Vor gutem Besuch stellte der
Berliner Rau einen neuen deutschen Rekord über 100 Meter in
104/5 Sekunden auf.
Und
auch das geschah an diesem Sonntag des Jahres 1909: Der von
Bremen nach Duisburg übergesiedelte junge Reichsbank-Assistent
Arthur Schmidt versammelte in der ‚ ‚Reichskrone“ am
Friedrich-Wilhelm-Platz Emil Krämer (Duisburg), Heinz Mohr
(Gelsenkirchen) und Karl Junker (Dortmund) um sich und gründete
mit ihnen den Amateur-Schwimm-Club. Weitere fünfzehn junge Leute
hatten bereits ihre Zusage zum Beitritt gegeben. Die
Mitgliederzahl wuchs schnell. Schwimmstunden waren knapp.
Zunächst stand sonntags die Zeit von elf bis zwölf im Hallenbad
Heerstraße zur Verfügung.
Schon bald aber bewilligte
die Stadt montags von 20 bis 21 Uhr einen Übungsabend. Dafür war
eine jährliche Pauschale von 300 Mark zu entrichten.
In jenen Tagen ahnte
niemand, welche Bedeutung der Amateur-Schwimm-Club im Leben
dieser Stadt und weit darüber hinaus einmal haben würde. Als
Träumer hätte man den verlacht, der den ASCD als Besitzer
eines
eigenen Bades und eines Clubhauses, als vielfachen Deutschen
Wasserballmeister und Teilnehmer am Europacup gesehen oder der
dem Club Reisen ins ferne Russland und manchem seiner Mitglieder
Olympia-Teilnahmen geweissagt hätte. Nichts deutete auch in eine
solche Zukunft, als die Firma Krupp, Eigentümerin der Baggerseen
im Wedau-Gelände, des Berta-, Margareten- und Barbarasees, den
Clubmitgliedern das Baden dort erlaubte. Nichtmitgliedern war
solches Tun polizeilich untersagt. Viele mißachteten das Verbot.
Es hagelte Strafmandate. Einer der Betroffenen war Heinrich
Biesgen, der aus dem Vorgang lernte und dem ASCD beitrat. Dem
Protokoll verdankte er seine spätere, lang jährige
Mitgliedschaft.
Das Wedau-Gelände mit seinen
Baggerseen bot sich damals als wüste Gegend dar. Keine Rede von
Park. Die Koloniestraße war nur spärlich bebaut, unzureichend
die Verkehrswege. Wer hinaus wollte, an die Wedau, benutzte
Schusters Rappen. Die Ansprüche des sportinteressierten Bürgers
waren zur Gründerzeit noch sehr bescheiden.
Welches Interesse bereits im
ersten Jahr des Vereinsbestehens am Schwimmen bestand, zeigen
175 Neuaufnahmen im Juni und Juli, darunter 96 Schüler mit einer
Anzahl talentierter Schwimmer, die der „Sportriege“ einverleibt
wurden. Allerdings war an den meisten Schulen die Telnahme an
öffentlichen Wettkämpfen verboten, sodaß man kurzerhand unter
Tarnnamen startete.
Groß in Mode war vor und
auch noch nach dem Ersten Weltkrieg das Stromschwimmen. Der ASCD
nahm sein erstes Stiftungsfest zum Anlaß, ein solches Schwimmen
auf der 5,5 Kilometer langen Strecke zwischen Wittlaer und
Uerdingen zu veranstalten. Das ging so vonstatten: Die
Teilnehmer wurden mit einem Dampfer rheinaufwärts gebracht. Am
Start stürzten sich alle in die Fluten und nahmen das Rennen
auf.
Während des Ersten
Weltkrieges hatte es über drei Jahre lang weder Übungsabende
noch Training gegeben. Immerhin hatte der städtische
Sportdirektor Max Vogels als Vorsitzender den Verein über die
schweren Kriegsjahre hinweg gerettet. Doch fehlte der Nachwuchs
aus der Jugend, als die führenden Köpfe nach dem Krieg an den
Wiederaufbau herangingen. Sie taten es trotz persönlicher
Sorgen, die etwa die heute unvorstellbare Geldentwertung als
eine der Kriegsfolgen auslösten.
Die ASCD-Anlage, wie sie
sich heute präsentiert, wäre wohl undenkbar, hätte es Friedrich
Klönne nicht gegeben, den großherzigen und weitblickenden
Krupp-Direktor, der als geistiger Vater des Wedau-Sportparks in
die Geschichte einging. Er hatte schon damals ein untrügliches
Auge dafür, daß die brachliegenden Baggerseen einmal die Lunge
der Großstadt Duisburg, eine Perle des Ruhr-Reviers, werden
könnten. Man mußte ihn erlebt haben, wie er bei jedem Wetter, oh
Sommer oder Winter, Tag für Tag draußen war, um die Seen lief,
gemeinsam mit den Sportlern Pläne entwarf, Arbeiten inspizierte.
Von Friedrich Klönne, auch
ASCD-Mitglied, profitierten nicht allein die „Amateure“ und die
Schwimmer allgemein, von seinen Aktivitäten lebte der Duisburger
Sport ins gesamt. Sein Wirken löste die Entstehung einer Art von
Gemeinschaftssinn aus, der nicht haltmachte an der Grenze einer
Sportgattung. Er reiste mit führenden Duisburger Sportlerinnen
und Sportlern sogar ins Ausland, nach Amsterdam und Stockholm,
um neben Schwimmbahnen und Sprungtürmen auch Aschenbahnen und
Rasenplätze zu besichtigen. Denn was in Duisburg an Sportstätten
entstehen sollte, das sollte vor bildlich und sportgerecht und
nach neuesten Erkenntnissen errichtet sein.
Als Hinweis darauf, daß der
ASCD nicht auf schwimmsportliche Nabelschau fixiert, sondern
fähig war, über den eigenen Tellerrand hinaus sportliche Umwelt
zu erkennen, mag auch die Teilnahme einer stattlichen Zahl von
„Amateuren“ an der Einweihung des ersten Deutschen Stadions 1913
in Berlin gelten. Höhepunkt war der Vorbei- marsch in
einheitlicher Sportkleidung an der Kaiserloge.
Als das Wedau-Stadion 1926
eingeweiht wurde, war bei dem festlichen Einmarsch natürlich
auch der Amateur-Schwimm-Club dabei und mit 170 Schwimmern die
stärkste Gruppe.
Die ersten Jahre nach dem
Ersten Weltkrieg waren von Armut und Verzicht gekennzeichnet.
Der mit Unterstützung des ASCD 1911 gegründete Duisburger Damen
Schwimm-Club mit Lisa Müller an der Spitze benannte sich 1919 in
„Bund Duisburger Schwimmerinnen“ um und schloß sich 1941 dem
ASCD als Frauen-Abteilung an.
Unter welch widrigen
Umständen der ASCD sein Leben nach 1919 zu fristen hatte, sollte
nicht verschwiegen werden. Neben der beängstigend galoppierenden
Inflation bedrängte die Besetzung des Ruhrgebiets durch
Franzosen und Belgier das Vereinsleben in unvorstellbarem
Ausmaß. Die von den Besatzungsmächten verfügte Ausgangs- sperre
ab 20 Uhr schränkte den Trainingsbetrieb bedrohlich ein, die
Durchführung von Übungsstunden wurde höchst problematisch,
Versammlungen gar verboten. Der engere Vorstand sah sich daher
gezwungen, notwendige Besprechungen an verschwiegenen Plätzen im
Duisburger Wald abzuhalten.
Die in den 30er Jahren
betriebene, verheißungsvolle Aufbauarbeit einschließlich des
groß angelegten und auch erfolgreichen Sportbetriebes stoppte
der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges jäh. Die Clubanlage blieb
auch in den Kriegswirren Ziel und Hort der Daheimgebliebenen und
mancher Urlauber. Doch standen sie unentwegt auf dem Sprung,
sich bei Luftalarm, der mit zunehmender Kriegsdauer immer
häufiger wurde, in den Schlackenberg, den selbstgegrabenen,
improvisierten Luftschutzbunker ohne zweiten Ausgang, zu
verkriechen, derweil die schwere Flak auf dem Kamm des Berges
bellte.
Die Lage nach dem Zweiten
Weltkrieg bot sich geradezu gespenstisch dar. In Trümmern lag
die Geschäftsstelle am Buchenbaum. Mitgliederkartei und
sonstiges Zubehör waren ein Opfer der Flammen geworden. Das von
Bomben verschonte Clubhaus war restlos ausgeplündert und
verschmutzt. Zunächst hatten es Fremdarbeiter wie im
„Handstreich“ genommen, es dann aber, als die einrückenden
Amerikaner sie aus dem Haus hinauskomplimentiert hatten, in
chaotischem Zustand hinterlassen: Ohne Fenster, Türen und Möbel,
unsagbar verschmutzt. Die die Amerikaner ablösenden Briten
interessierten sich nicht mehr für Haus und Anlage. Der ASCD war
wieder Herr seines Besitzes.
A lte
„Amateure“, denen der Verein ein Stück ihrerselbst bedeutete,
sammelten in unermüdlicher wie zeitraubender Kleinarbeit Namen
alter Mitglieder, von denen sie sich Mitarbeit erhofften. Arthur
Schmidt, Adolf Thomas, Gustav Wimmershoff, Willi
Leyendecker und Gustav Jünger unter anderen bildeten einen
provisorischen Arbeitsausschuß. Der erste Nachkriegsvorstand,
unter Vorsitz von Adolf Thomas und Kassen wart Gustav
Wimmershoff, der es später noch als erster Vorsitzender,
Präsident und heutiger Ehrenpräsident auf stolze 38 Jahre
aktiver Führungsarbeit brachte, stellte erste Weichen. Zwei
gesellschaftliche Veranstaltungen führten dem Club wieder so
viele Mitglieder zu, daß eine Aufnahmesperre verhängt werden
mußte. Robert Seyfarth übernahm 1948 erneut das Amt des ersten
Vorsitzenden. das er bereits von 1932 mit Unterbrechung bis zum
Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erfolgreich ausgeübt
hatte. Das gesellschaftliche und sportliche Leben erhielt
Aufwind. Das Haus bekam eine neue Einrichtung, die Strand- und
Kinderfeste wie die früher so beliebten und von Robert Seyfarth
eingeführten „Grenzbeziehungen über die an anderer Stelle
berichtet ist, lebten wieder auf, ein großzügiger Sportetat
wurde bewilligt. Wenig später wurden Pflichtanteilscheine
aufgelegt, um einen Rest von
Instandsetzungsarbeiten bewältigen zu können. — Den
entscheidenden Schritt in Richtung auf einen Großverein (der
ASCD galt später einmal als der größte deutsche Schwimmverein)
taten die „Amateure als sie sich Mitte der 20er Jahre
entschlossen, ein Clubhaus zu bauen, die Anlagen zu verbessern
und zu erweitern.
Wie war das überhaupt mit
der Anlage. wie sah es im Anfang aus und wie entwickelte sich
alles weiter bis zum heutigen Stand im Jahre des 7sjährigen
Bestehens? Die erste Freiwasseranlage (sofern eine solche
Bezeichnung bei dem damaligen Zustand überhaupt vertretbar ist)
lag westlich der heutigen Masurenallee. Man zog sich im Grünen
um, vorgehaltene Badetücher verwehrten neugierige Blicke. Man
blieb nicht lange an dieser Stelle. Bereits 1912 bot sich auf
der Westseite des Bertasees, der sich heute als Regattahahn
präsentiert, eine bessere Möglichkeit. Die Lage war schöner, der
Strand größer und es gab die ersten Umkleideräume: Eine
bescheidene, für 800 Mark erstandene Holzbaracke, in deren Wände
lange Nägel als Kleiderhaken geschlagen waren. Der Besitzerstolz
war groß.
Ein gutes Jahrzehnt später,
im Jahre 1923, erfolgte der Umzug an den Barbarasee, dorthin, wo
durch großzügige Spenden der Industrie auf Initiative Friedrich
Klönnes 1920 für den neugegründeten Verband Duisburger
Schwimmvereine die sogenannte „Verbandsbahn“ mit 100-Meter-Bahn
und Sprungturm wie eine Art Blockhaus als fester Umkleideraum
entstanden war. Der Wunsch nach einer vereinseigenen Anlage war
mittlerweile so stark, daß Taten folgten. Ein „Wedau-Baufonds
wurde gegründet. dem alle Üherschüsse aus Veranstaltungen, einer
Lotterie sowie Spenden zuflossen. Ende 1925 war die
Mitgliederzahl auf 532 gewachsen, so daß der ASCD über Mittel
verfügte, die Verbandsbahn samt Sprungturm für 1000 Mark zu
erwerben. Der Bau des Clubhauses war akut geworden.
Wieder einmal gingen
Initiativen von Arthur Schmidt, dem Vereinsgründer, aus, der
sich als „Finanzgenie“ zum Nutzen des Clubs und seiner
Mitglieder entpuppte. Es wurden 2000 Bausteine zu je einer Mark
und 400 Anteilscheine zu je 50 Mark ausgegeben. Die Mitglieder
verschlossen sich solchen Forderungen nicht. Später wurden wegen
Kostenüberschreitung des Baues weitere 200 Anteilscheine
verkauft, mit deren Erlös die Inneneinrichtung finanziert wurde.
Viele Mitglieder verzichteten später auf die Rückerstattung
ihrer Anteilscheine. Nach den Plänen des zweiten Vorsitzenden,
Georg Bruhm, und des Architekten Rittershaus wurde im Herbst
1927 mit dem Bau begonnen. Am 13. Mai 1928 konnte der Neubau in
Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste seiner Bestimmung übergeben
werden. Der ASCD konnte sich endlich „zuhause“ fühlen.
Die Leistung, die dahinter
stand, die sich aus Mut und Unternehmungsgeist, aus
Beharrlichkeit, Ideenreichtum, Opfersinn und Einsatzbereitschaft
zusammenfügte, kann nur ermessen, wer selbst einmal
Verantwortung getragen hat. Was es damals bedeutete, ein Projekt
solchen Umfangs zu realisieren, mag vor dem Hintergrund der
Wirtschaftslage erhellt werden. Der Bau wurde verwirklicht, als
Arbeitslosigkeit und Kurz arbeit dem Höhepunkt zustrebten.
Es war das erste Vereinsheim
seiner Art an den Wedauseen. Schon 1930 mußte es um drei
Umkleideräume und eine zweite große Terrasse erweitert werden.
Eine kleine Umlage sicherte die Vorhaben. Um
Instandsetzungsarbeiten und Erweiterungsbauten finanzieren zu
können, wurden 1939 erneut 200 sechsprozentige Anteilscheine zu
je 50 Mark ausgegeben. Man tat das mit reinem Gewissen, waren
doch die Anteilscheine aus den Baujahren 1928/30 bis auf
dreieinhalbtausend Mark ausgelost und zurückgezahlt.
Im Frühjahr 1952 überließ
die Stadt dem Club weiteres Gelände in Richtung Kruppstraße, so
daß Spiel- und Liegewiese erweitert werden konnten. Ein neuer
Zufahrtsweg wurde erforderlich. Junge und alte „Amateure“
packten fleißig mit zu, rodeten Sträucher und fällten Bäume. Aus
der früheren Wildnis war eine ideale Liegewiese von rund
dreiviertel Hektar mit kleinen schattenspendenden Baumgruppen
geworden. Zwei Jahre später, also 1954, wurden neue große
Umkleideräume durch Unterkellerung des Clubhaus-Saales gewonnen
und die gesamten Clubräume zur gleichen Zeit renoviert. Die
Ringtennisplätze wurden erneuert.
Eine unerfreuliche
Situation, die den Vorstand bereits viele Jahre quälend
bedrängte, konnte 1956 beseitigt werden. In jedem Hochsommer lag
über der Anlage ein impertinenter Gestank, da die Fäkaliengruben
zu klein waren und ihr Inhalt nicht genügend versickerte. Der
Bau des Regattahauses am Bertasee ermöglichte es dem ASCD, seine
Kanalisation an das städtische Netz anzuschließen.
Neue Umkleideräume wurden im
Jahre 1960 als Erweiterungsbau erstellt. Eine
unumgängliche Maßnahme um deren Durchführung sich der
Bauausschuß mit Erich Eberhardt als Obmann engagiert bemühte,
wie er das bereits seit langer Zeit als Hüter und Mitgestalter
der Anlage tat. Ohne jemandes Verdienste zu schmälern, sollte
aber Kurt Bruhm besonders erwähnt werden, der soviel Freizeit
investierte, ja sogar seinen Urlaub opferte, um den Bau
rechtzeitig fertigzustellen. Bereits sein Vater Georg, zu seiner
Zeit zweiter Vorsitzender, leitete als professioneller
Baumeister den Clubhaus bau 1927/28. Und im Juli 1960 lieferte
die dritte Bruhm-Generation in Gestalt der Tochter und Enkelin
ihren Beitrag zum gelungenen Werk, indem sie den Bau mit einem
Guß Wedauwassers weihte. Hier wurde ein Stück guter
ASCD-Tradition für alle sichtbar.
Eine Erweiterung und
teilweise eine Erneuerung des Clubhauses mit einem Kostenaufwand
von 170000 Mark vorzunehmen, beschloß die Hauptversammlung 1965.
Die allgemeine Lage zwang dazu,. dem Pächterehepaar neben
besseren Arbeitsbedingungen ausreichenden Wohnraum für sich und
Unterbringungsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter zu schaffen.
Zudem sollte endlich ein repräsentativer Clubhauseingang
entstehen und das Haus verklinkert werden, um künftig die allzu
oft notwendigen und teueren Hausanstriche zu vermeiden. Die
Finanzierung sah vor, 40000 Mark dem Etat 1966 wie der Rücklage
aus 1965 zu entnehmen, 30000 Mark aus öffentlichen Mitteln zu
beantragen und 100000 Mark durch Anteilscheine der Mitglieder in
einer Stückelung von 100, 250, 500 und 1000 Mark (höher
ausgestellte Anteilscheine wurden nicht zurückgewiesen) zu
decken. Die Anteilscheine wurden bei einer Gesamtlaufzeit von
acht Jahren mit sechs Prozent verzinst, wobei die Tilgung mit
jährlich sechzehnzweidrittel Prozent der Gesamt-Darlehenssumme
ah 1969 erfolgen sollte. Zwei Jahre später wurde der Parkplatz
vor dem Clubhaus vergrößert.
Stetige Verbesserungen und
Erweiterungen seiner Anlagen ließen den ASCD mit
Entwicklung und neuzeitlichen Ansprüchen Schritt halten. Sollte
Attraktivität auch für die Zukunft gesichert bleiben, so mußten
sich Vorstand und Mitglieder mit dem Bau eines Warmwasserbeckens
befassen. Dazu gab es gegensätzliche Auffassungen. Es gelang
schließlich den Männern um den ersten Vorsitzenden und späteren
Präsidenten Gustav Wimmershoff, allerdings erst nach langen
Diskussionen, sich durchzusetzen. In einer denkwürdigen
Hauptversammlung 1971 in der Wedau-Sportschule genehmigten 61
Prozent der anwesenden Mitglieder in geheimer Wahl den Bau des
Warmwasserbeckens mit den veranschlagten Kosten von einer
Million Mark. Die Finanzierung trugen die Stadt mit 200 000
Mark, das Land mit 175 000 Mark, wobei es mit der vorzeitigen
Überweisung von etwas mehr als 90 000 Mark den Club vor der
Zahlung eines eventuell notwendigen Überbrückungskredits
bewahrte, und der ASCD mit 625 000 Mark.
Bereits in den Wintermonaten
1970/71 erbrachte das Zuschütten des nördlichen Teils des Sees,
das den Club finanziell nicht belastete, den Gewinn einer Fläche
von rund 10000 Quadratmetern, auf der der gewünschte Platz für
das Warmwasserbecken wie eine zusätzliche Liegewiese geschaffen
wurden. Das Becken hat bekanntlich eine L Form. 50- und
25-Meter-Bahn stehen in rechtem Winkel zueinander. Eine
glänzende Idee, die übrigens Ehrenmitglied Adolf Thomas in einer
schlaflosen Nacht kam, wie glaubhaft versichert wurde. Viele
Mitglieder haben in verschiedenster Form ihren Beitrag zum
Gelingen des großen Vorhabens beigetragen. So spendeten Vater
und Sohn Rentsch die Flutlichtfundamente und ersparten dem Club
ein paar tausend Mark. Ratsherr Eberhard Brünen, langjähriger
Vorsitzender des städtischen Sportausschusses und dem Duisburger
Sport gegenüber jederzeit aufgeschlossen, hatte bei der Planung
der Anlage seine Sorge nicht verhehlt, der ASCD werde diesen
finanziellen Brocken nicht verdauen. Aber der Club hat — wie aus
der Sicht des Jubiläumsjahres 1984 zu erkennen ist. Besondere
Anerkennung wurde Herrn Tillmann zuteil, der sich• als
Vorsitzender des Bauausschusses verdient machte.
Am 7. April 1973 konnte das
Warmwasserbecken offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.
Ganz schlaue Mitglieder hatten spitz bekommen, daß das Becken
bereits Ende September 1972 fertiggestellt und benutzbar war.
Sie machten bis Mitte Oktober bereits von dieser Möglichkeit
Gebrauch. Die ersten Erfahrungen einer vollen Saison faßte der
damalige Präsident Gustav Wimmershoff zusammen: Nach der alten
Rechnung (ein Badetag gleich 18 Grad Wasser- und Lufttemperatur)
hätten unseren Mit gliedern 100 bis 110 Badetage zur Verfügung
gestanden. Das Warmwasserbecken aber bescherte mehr als 180
Badetage. Dank der Wärmepumpe, einer neuen Technik, die sich der
Elektrizität als Energie bedient, bereitete die große Ölkrise
197 3/74 nicht die geringsten Sorgen.
Als letzte große Baumaßnahme
wurde auf der Hauptversammlung im März 1977 die Renovierung und
Erweiterung von Dusch- und Umkleideräumen (mit 305 Spinden)
wie Toiletten und ein
Jugend- wie Trimmraum mit einer Bausumme von über 700 000 Mark
beschlossen. Diese Neueinrichtungen sollten unterhalb der
Terrasse und des Parkdecks Platz finden. Der Baubeginn wurde
wegen leerer öffentlicher Kassen, auf deren Inanspruchnahme man
nicht verzichten wollte, aufgeschoben. Im Jahr 1980 standen die
erweiterten und neuen Einrichtungen zur Nutzung bereit.
Die Bilanz vielfältiger
Baumaßnahmen liest sich gut. Imposante Zahlen stützen sie.
Dahinter aber stehen Menschen, die uneigennützig Ideen und viel
Zeit investierten. Es sei erinnert an den Architekten, Dipl.
Ing. Helmut Wilke, der sich als Mitglied und späterer
Vorsitzender des Bauausschusses bei der Errichtung des
Warmwasserbeckens wie bei Planung und Durchführung des Baues der
erweiterten Umkleide- und Sanitär- räume besondere Verdienste
erwarb. Ebenso verdient der bereits verstorbene Architekt, Dipl.
Ing. Horst Dilke, besondere Erwähnung. Er plante und gestaltete
den Becken- und Liegewiesenbereich und sorgte für die exakte
Durchführung der Arbeiten.
Nicht zu vergessen sind Rat
und Verwaltung der Stadt wie auch die Stadtsparkasse, die dem
Club bei der Verwirklichung baulicher wie auch sportlicher
Absichten stets aufgeschlossen begegneten und ihm mit handfesten
Hilfen zur Seite standen.
Mitgliederzahlen haben nicht
allein optischen oder rein statistischen Wert. Sie haben
handfeste Bedeutung für einen Verein, weil sie auch Finanzkraft
ausdrücken. Das war dem ASCD-Vorstand stets bewußt und deshalb
machte er solche Zahlen unter anderem auch zur Grundlage seiner
Beurteilung bei Planung und Realisierung von Vorhaben.
Die Mitgliederbewegung beim
ASCD und die Parallelität zu finanzträchtigen Maß nahmen sind
ein interessantes Kapitel. Bereits im ersten Jahr seines
Bestehens zählte der Club 300 Mitglieder. Ende des Jahres 1925
war die Zahl auf 532 geklettert, die Kasse erstarkt. Das
veranlaßte die Vorstandschaft über Eigentumserwerb und eigenes
Clubhaus nachzudenken und schließlich Entschlüsse zu fassen. Im
Kriegsjahr 1940 stieg die Zahl um 109 auf 1052, ohne allerdings
Maßnahmen auszulösen. Denn da hatte jeder mit sich selbst zu
tun.
Über 700 Mitglieder hatten
sich 1946 zusammengefunden. Als sich die Verhältnisse nach der
Währungsreform zu stabilisieren begannen, wuchs die Zahl bis
Ende 1949 auf 2108. In den nächsten vier Jahren hielt sich die
Zahl in etwa. Iii diesem Zeitraum sah sich der ASCD in der Lage,
für Reparaturen und Anschaffungen 64000 harte D-Mark auszugeben,
derweil er in der Vorwährungszeit lediglich über einen
Ausgabebetrag von 8000 Reichsmark verfügen konnte.
Einher mit steigender
Mitgliederzahl ging die Stärkung der Finanzkraft, die immer
wieder Verbesserungen und Erweiterungen der Anlage erlaubte. Das
eine bedingte das andere. War man in der Lage zu investieren,
gewann die Anlage an Attraktivität, die wiederum einen
Mitgliederzuwachs nach sich zog. Ein immerwährender Kreislauf.
Mitte der 50er Jahre betrug die Mitgliederzahl 2200. Sie stieg
auf 2670 im Jahre 1962. Einem Rückgang 1964 folgte eine erneute
Steigerung auf 2701 im Jahre 1971, um angesichts der Belastungen
im Zusammenhang mit dem projektierten Warmwasserbecken im Jahre
1972 auf 2295 abzusinken. Die fertiggestellte Warmwasseranlage
übte den erwarteten Anreiz aus. Das Interesse wuchs. Über 2333
Mitglieder in 1974 kletterte die Zahl im Jahre 1977 auf 3244.
Wirtschaftliche Erfahrung,
Mut zum Risiko und vielleicht auch ein wenig Spekulation warfen
die Vorstände in die Waagschale und hielten das Vereinsschiff
auf Kurs. Gelegentlich notwenige Beitragserhöhungen oder
Investitionen wie etwa beim Bau der Warmwasseranlage kosteten
stets Mitglieder. Aber die Vorstandschaft lag mit ihrer
Kalkulation immer richtig, daß der Mitgliederschwund aufgefangen
werde, wenn der ASCD das Angebot verbesserte.
Das Einzugsgebiet hat sich
beträchtlich erweitert. Rekrutierten sich die Mitglieder anfangs
vornehmlich aus Neudorf, auch Duissern und Stadtmitte, so reicht
die Anziehungskraft des Clubs heute bis nach Mülheim, Oberhausen
und sogar Düsseldorf.
Wie immer die Vorsitzenden
geheißen haben, deren jeder seine Verdienste um den ASCD hatte,
so sollte man doch einen Namen nennen, dessen Träger
unverkennbare Spuren hinterlassen hat: Robert Seyfarth. Er
„regierte“ mit kurzer Unterbrechung in Kriegs- und
Nachkriegszeit zwei Jahrzehnte zwischen 1932 und 1952. Seine
Aktivitäten förderten vor allem das Vereinslehen, dem er seinen
Stempel aufdrückte. Er rief die „Wedau-Grenzbeziehungen“ ins
Leben, die der guten Nachbarschaft aller Anlieger der Wedauseen
diente. Ihren äußerlichen Niederschlag fanden sie, wenn sich die
Wedau-Anlieger im Sommer zu einem festlichen Bootskorso
vereinten. Oft nahmen bis zu 200 lampion- und blumengeschmückte
Boote daran teil. Die originellsten Einfälle wurden
preisgekrönt. Kinderfeste, die am Abend mit einem Fackelzug
endeten, Doppelkoppturniere und „Strickrennen“, aber auch
besinnliche Stunden im Clubhaus wie Kammerkonzerte, dargeboten
von Clubfreunden, die dem städtischen Orchester angehörten,
belebten die Szenerie nachhaltig.
Wenn vom geselligen und
gesellschaftlichen Leben des Clubs die Rede ist, dann würde man
eine Unterlassungssünde begehen, würde man nicht die Sommer- und
Winterfeste im Clubhaus oder in den großen Sälen der Stadt
erwähnen, oh im Duisburger Hof oder in der Mercatorhalle. Die
Winterfeste, nicht selten in Gemeinschaft mit dem Duisburger
Ruderverein oder dem Club Raffelberg, gehörten zu den
Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens in Duisburg. Die
Programme mit Stars wie Roberto Blanco oder Ralf Bendix
entsprachen hohen Ansprüchen. Manche Sommerfete auf der
Clubanlage fand ungewöhnlich starke Resonanz. Bis zu drei
Kapellen, die jedem Geschmack zu entsprechen wußten, heizten die
Stimmung an, von der sich hunderte von Besuchern anstecken
ließen.
Robert Seyfarth, auch über
Duisburgs Grenzen hinaus ein anerkannter Förderer des
westdeutschen Schwimmsports, hat im ASCD ein Klima erzeugt, in
dem der Club vor- trefflich gedeihen konnte. Da fanden auch
Individualisten wie Heinrich Biesgen oder Fritz Sturm ihren
Platz. Hein Biesgen lebte der Gesundheit und erfreute seine
Mitmenschen. Bis ins hohe Alter schwamm und paddelte er,
pflanzte Blumen und angelte, einmal gar einen 22pfündigen Hecht,
der ihn kreuz und quer durch die Wedau zog. Und wenn im Club
Arbeit anfiel, Hein Biesgen zögerte niemals anzupacken.
Aus ähnlichem Holz
geschnitzt war Fritz „Vatter“ Sturm. Mitten auf dem Strand grub
er eines Tages ein winziges, silberglänzendes Stämmchen ein,
begoß es fleißig, bis es sich einen zartgrünen Schleier zulegte.
Bäumchen und Club wurden größer. Fritz Sturm baute
selbstgezimmerte Tische und Bänke rings um die Birke. Mit seinen
alten Kameraden Ernst Laue, August Erbslöh, Arthur Schmidt,
Heinz Mohr, Emil Krämer, Heinrich Sauter und anderen saß er gern
in ihrem kühlen Schatten.
„Die Meckerecke“ wurde dieses einzige schattige Plätzchen
scherzhaft genannt. Das magere Stämmchen ragt heute hoch und
breit empor. Die einst darunter saßen, sind nicht mehr. Die
einst mal mit Förmchen und Schüppchen in ihrem Schatten
spielten, sind längst Männer und Frauen geworden und sehen als
Väter oder Mütter oder gar Großväter und Großmütter die nächste
Generation heranwachsen.
Die „Amateure“ vergaßen
nicht ihre Reverenz gegenüber den Gefallenen der beiden
Weltkriege. Nachdem das 1934 errichtete Ehrenmal im Zweiten
Weltkrieg beschädigt worden war, ergab sich die Notwendigkeit,
ein neues Denkmal zu setzen. Es sollte der Toten beider Kriege
gedacht werden. Das neue Ehrenmal wurde am 7. April 1957 unter
starker Beteiligung der Mitglieder, unter Mitwirkung einer
Bläsergruppe und eines Männerchors, von Vertretern des
Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und vielen anderen
mehr enthüllt. Allein im Zweiten Weltkrieg ließen mindestens 73
Mitglieder, deren Namen erfaßt werden konnten, an den Fronten
oder in der Heimat ihr Leben.
Daß ein Verein, der Wert
darauf legt, eine Gemeinschaft zu sein, über
Kommunikationsmittel verfügen muß, war für den ASCD keine
Erkenntnis, die ihm aufgeklärte Fortschrittsapostel neuerer Zeit
hätten nahebringen müssen. Die erste Vereinszeitung erschien
bereits wenige Monate nach der Vereinsgründung im Januar 1910.
Schon damals unterrichtete die Clubzeitung die Mitglieder in
Aufsätzen informierenden und unterhaltenden Inhalts über das
Schwimmen und Retten, gab sie Vereins- und Verbands-Nachrichten
bekannt und band so aktive und passive Mitglieder enger an den
Club. 1941 stellte die Clubzeitung ihr Erscheinen ein, erschien
aber bereits ein Jahr nach dem Zusammenbruch von 1945 wieder. Ab
1968 begnügte sich der Club aus Kostengründen für ein jährlich
einmaliges Erscheinen, dann allerdings mit einer umfang reichen
Ausgabe. Im übrigen darf festgestellt werden, daß die
Darstellung einer einigermaßen zusammenhängenden und
wahrheitsgetreuen Vereinsgeschichte nur möglich war, indem
Bankrat Arthur Schmidt alte Vereinszeitschriften über den
letzten Krieg herüber rettete und außerdem selbst noch als
„Jahrhundertzeuge“ zur Verfügung stand.
Die Vereinsgeschichte im
Spiegel von Mark und Pfennig verdeutlicht die Entwicklung aus
besonderer Sicht. Wies der Kassenbestand im Jahre 1914 einen
Betrag von 50 Mark aus, so schrieb der Kassierer am Tage der
Währungsreform 1948 die stattliche, wenn auch mittlerweile recht
wertlose Summe von 24000 Reichsmark als Bestand. Erst danach
lohnte sich wieder die Aufstellung eines Etats mit harter
D-Mark, mit der auch etwas anzufangen war.
Das Budget des Jahres 1959
schloß in Einnahmen und Ausgaben mit etwa 87000 Mark ab. Bereits
wenige Jahre später (1966) waren die Zahlen in der Endsumme auf
rund 228 000 Mark geklettert. Mit dem Ausbau und der
Verbesserung der Clubanlagen erhöhten sich Kosten und Etat. in
der Jahresrechnung 1983 schrieb der Schatz meister 595 650 Mark
an Ausgaben und 597 900 Mark an Einnahmen. Es war eine
Überdeckung von 2250 Mark festzustellen.
Die dicksten Brocken der
Ausgabenseite sind erwähnenswert: Die Personalkosten mit rund
171 000 Mark, die Clubanlage mit 149000, der Sportbetrieb mit
102 000 und die Annuitäten mit 88000 Mark. Der Haushaltsplan für
das Jubiläumsjahr 1984 sieht einen Etat in Einnahmen und
Ausgaben von 557 000 Mark vor. Inbegriffen sind 10 000 Mark für
Aktivitäten zum Jubiläum. Die Gründerväter, aber auch jene, die
sich nach dem Zweiten Weltkrieg daran machten, den Club wieder
aufzubauen, würden über solche Zahlen nur noch staunen. Und auch
darüber, daß der ASCD zwischen 1948 und 1980 die bemerkenswerte
Summe von rund 2,7 Millionen Mark in seine Anlagen investierte.
Seit Jahrzehnten gehört der
ASCD zu den großen deutschen Schwimmvereinen, zu den
leistungsfähigen und leistungsbewußten. Kann und will er diesem
hohen Anspruch auch in Zukunft gerecht werden? Fritz Matthiä,
der amtierende Präsident, bejaht die Frage spontan, aber er
differenziert. Er bekennt sich zur Leistung, weil sie
Lebenswillen dokumentiert. Und der ist Element für Ansehen und
Anerkennung mit durchaus praktischen Konsequenzen. Ein Club, der
solche Tugenden und Eigenschaften besitzt, wird nicht um seinen
Bestand zu fürchten brauchen.
Vertragen sich denn Breiten-
und Spitzensport? Für Fritz Matthiä und seinen ASCD gibt es da
keine Probleme. „Der zweite Weg im Sport“, sagt der Präsident,
„ist für uns keine Entdeckung, der war für uns schon immer
Praxis“. Er verweist auf ursprüngliche, wenn auch stets
verbesserte Freizeitangebote im ASCD: Schwimmen im Barbarasee,
Sonnenbaden auf ausgedehnten Liegewiesen, Paddeln, Ringtennis,
Spiele. Und er denkt an eine Ausweitung des Programms. Dabei ist
nicht einmal Tennis ausgeklammert. Zur Breite zählt Fritz
Matthiä übrigens auch Wasserball. Immerhin widmen sich sieben
Mannschaften diesem Spiel.
Wie es mit dem Dualismus von
Schwimmen und Wasserball steht? Fritz Matthiä, kurz und bündig:
„Dieses Thema ist ausgestanden“. Als ein Hermann Haverkamp seine
Olympia-Teilnahme im Wasserball entschwinden sah, versuchte er
den Olympiazug noch als Kraulsprinter zu erreichen. Er verpaßte
ihn nur ganz knapp. Das war vor gut 20 Jahren. Heute würde sich
nicht einmal der Versuch lohnen. Der sporterfahrene Präsident
begründet die veränderte Situation: Das Spitzentraining ist
mittlerweile der art perfektioniert und spezialisiert, daß ein
Hochleistungssportler nicht mehr auf zwei Hochzeiten tanzen
kann: „Wer Olympiasieger im Schwimmen werden will, kann nicht
auch noch die Goldmedaille im Wasserball holen wollen“.
Fritz Matthiä selbst setzte
einmal Zeichen unter der Maxime: Ein Wasserballer muß schnell,
er muß ein starker Schwimmer sein. Der ASCD errang deutsche
Wasserballtitel in Serie und konnte darauf verweisen, daß die
gleichen Männer über Jahre hinweg westdeutsche und deutsche
Meisterschaften im Schwimmen ergatterten. Man sprach mit
Hochachtung von den „schwimmenden Wasserballern“. Das Nationale
Olympische Komitee bat Fritz Matthiä als Urheber der Methode zum
Vortrag.
Die junge Generation, die
heute ihre Freizeit auf den gepflegten Clubanlagen unbeschwert
verbringt, sollte wissen, daß das keineswegs selbstverständlich
ist. Dank gilt den aufgeschlossenen Gründern wie all denen, die
in den vergangenen Jahrzehnten bewahrten und weiter entwickelten
und das schufen, was heute ist. Alle gerechtfertigten
materiellen Aspekte dürfen die Sicht dafür nicht trüben, daß am
Anfang allen Vereinslebens Idealismus steht, ohne den es keine
Zukunft gibt.
Ein paar Federstriche als
Gegenwarts
Ober zwei Millionen Arbeitslose sind 1984 in der Bundesrepublik
registriert. Der Stahlstandort Duisburg ist besonders hart
betroffen. Duisburgs Zoodirektor Dr. Gewalt gerät wegen des
Fanges und der Haltung von
argentinischen Jacobita-Delphinen ins Kreuzfeuer der
Tierschützer-Kritik. In Duisburg rosten Autos zehnmal schneller
als im Allgäu. Das stellten Chemiker der Landesanstalt für
Immissionsschutz fest. Silberzink-Batterien für Weltraumflüge
liefert die Duisburger Firma Friemann & Wolf.
Der ASCD gehört nach wie vor
zum Wasserball-Bundesliga-Inventar. Die Wasserbal1er stehen
erneut in der deutschen Pokalendrunde. Die Mannschaft der
Schwimmer präsentiert sich an Zahl und Leistung erstarkt. Die
rund 3000 ASCD-Mitglieder verfügen über modernste Anlagen auf
einem Areal von 20 000 Quadratmetern, das dem Club auf der Basis
eines Mietvertrages mit der Stadt zunächst bis zum Jahre 2012
gesichert ist.
So beleuchtet der Hans N.
Wehle das Bild des Vereins, als dieser 75 Jahre wurde.
Die Vereinsleiter von
1909 bis 1984
Eine Reihe tatkräftiger Männer war dazu berufen,
das Geschick des Amateur Schwimm Clubs Duisburg zu leiten. Die
Vereinsleiter von 1909 bis 1984 sind:
August Pohlig 1 8. August 1909 bis Januar 1912
Th. Gönnert August 1912 bis November 1912
Albert Netz t Mai 1913 bis Dezember 1913
Max Vogels t Januar 1914 bis August 1919
Otto Stein t Oktober 1919 bis August 1920
Fritz Rosendahl t Oktober 1921 bis
Dezember 1921
Walter Güttelt Januar 1922 bis April 1922
Dr. Adrian 1 Juli 1922 bis Dezember 1929
Georg Bruhm t Januar 1930 bis August 1932
Robert Seyfarth t September 1932 bis
Februar 1946
im Krieg vertreten durch
Willi Leyendecker 1
Adolf Thomas März 1946 bisMärz 1948
Robert Seyfarth 1 März 1948 bis 12. Dezember 1952
Fritz Schaufelberger März 1952 bis Februar 1955
Werner Hutmacher f 1. Vorsitzender 1955 bis 1961
Präsident 1961 bis 1971
Gustav Wimmershoff 1. Vorsitzender 1961 bis 1971
Präsident 1971 bis 1978
Helmut Ziegler 1. Vorsitzender 1971 bis zum
heutigen Tage
Fritz Matthiä Präsident 1978 bis zum heutigen Tage
Olympia-Teilnehmer
Friede! Osselmann 1956 Melbourne, 1960 Rom
Jürgen Honig 1960 Rom
Hermann Haverkamp 1968 Mexiko
Rainer Osselmann 1984 Los Angeles
Paul Günther 1912
Stockholm (als Mitglied von Germania Berlin)
Birgit Osselmann 1956
Melbourne (als Mitglied von Düsseldorf 98)
Erich Pennekamp 1956 Stockholm (als Mitglied von
Duisburg 98)
Weltmeisterschaft 1982 Equador
Rainer Osselmann Bernd Weyer (3. Platz)
Europa-Meisterschaft 1981 Belgrad
Rainer Osselmann Bernd Weyer (1. Platz)
Nationalspieler
Ewald Brauer
Werner Brehm
Hans-Hermann Gudd
Elmar Harzheim
Hermann Haverkamp
Peter Heise
Manfred Herrmann
Jürgen Honig
Thomas Loebb
3. Platz
3. Platz
Bernd Noack
Friedel Osselmann
Rainer Osselmann
Erich Pennekamp
Norbert Schüppler
Wolf-Rüdiger Schulz
Wolfgang Süss
Werner Voßen
Bernd Weyer
Rolf Becker Ingo Jönck
Die Lebensretter des ASCD
Vater Spies
Claus Spies
Ernst Meier
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